Als Mensch bist du eine Insel

Als Mensch bist du eine Insel

In den letzten Tagen geht mir verdammt viel durch den Kopf. Noch dazu finde ich aktuell nur nachts Zeit für Dinge, die meine Konzentration erfordern – wenn alle schlafen.

Aktuell heißt das: viele Mind-Fuck-Situationen und wenig Schlaf.

Und gerade in so Phasen, in denen ich auch verletzlich bin, bin ich extrem empfindlich und stressanfällig. Lege jedes Wort auf die Goldwaage, rege mich schneller auf, was halt so damit einhergeht.

Mein Sohnemann von zwei Jahren schleicht momentan seinen Mittagsschlaf aus – den einen Tag schläft er, den anderen nicht. Da muss ich mich nun auch erst mal umstellen.

Mittagsschlafzeit ist meine Zeit: der Kleine pennt, die Große wird erst mal vor YouTube geparkt.

Ich muss mich dann erst mal eine halbe Stunde um mich kümmern. Danach, wenn ich meine Akkus wieder aufgeladen habe, ist Tochter-Zeit, bis der Sohne geweckt werden muss oder aufwacht.

Ist meine Tochter allerdings  sinnvoll beschäftigt, spielt beispielsweise auf der Straße mit ihrer Freundin, dann nehme ich mir alle Zeit, die ich kriegen kann. Eine Stunde nur für mich und ich bin ein neuer Mensch!

Aber, wie gesagt, das fällt langsam weg. Meine „Mittagspause“.

Und nun war wieder so ein Tag ohne Mittagsschlaf. Das Wetter war vormittags mies.

Mehr: IST MIR EGAL!

MEIN HIRN IST KRASS! Pass auf:

Ich arbeite wieder aktiver an meiner Gelassenheit, damit ich nicht dem Impuls erliege, die Kids anzuschreien oder gar zu schlagen. Wobei mein Sohn täglich mehrmals ganz bewusst einen Schlag ins Genick provoziert 😀 keine Angst, das ist nur so ein Spiel von uns.

Jedenfalls macht mein Hirn so langsam, was es soll (vielleicht ist es auch nur so ein Schutz-Mechanismus, wer weiß).

An diesem einen Tag in dieser Woche, an dem die Kids gnadenlos laut und aufgedreht waren, die mir auf der Nase rum getanzt sind, Nudeln durch die Gegend flogen, Spielzeug, das Radio auf volle Lautstärke hochgeregelt wurde und dann noch – BAM! – der komplette Schrankinhalt im Zimmer verteilt wurde – da legte sich an diesem einen verheißungvollen Tag der Schalter um.

(Vorsicht: Tempus-Wechsel [Grammatik und so: die Zeit aus der ich schreibe])

Haha.

IST.

MIR.

SCHEIßEGAL!

Ich wundere mich – eben noch brodelte eine Art Stresswelle in mir hoch. Wie ein Vulkan, kurz vorm Ausbruch, die Bombe kurz vorm Platzen, ihr kennt die Ausdrücke.

Und auf einmal denk ich:

„OK.. ok ok ok cool cool cool cool coool.“

(Andy Samberg aka Detektiv Jake Peralta in der Serie „Brooklyn Nine-Nine – übrigens absolut sehenswert!)

Ich kann mich aufregen, meinen Stresslevel in die Unendlichkeit steigen lassen und irgendwann dran verrecken – oder einfach mal loslassen!

WAS SOLLS…?!

Mensch, Spielzeuge sind nur DINGE. Der Junge wirft halt gerne Sachen rum. Und immer wieder suche ich Alternativen, renne rum, suche die „Dops-Bälle“, damit er die stattdessen nimmt, die dann aber ganz ungünstig in meinem Kaffee oder sonstwo landen…

Kinder haben – behaupte ich – in unserem „modernen, mittelständigem“ Leben ohnehin zu viel Gedöns.

Wenn was kaputt geht, dann werfe ich es weg! Eine Sache weniger, die ich wegräumen muss…

(Ich muss einschieben – wieder diese Rechtfertigungschiene 😀 aber eigentlich will ich mich erklären. Hör kurz zu: Ich kaufe prinzipiell wenig Spielzeug selbst. Meistens Second-Hand. „Problematisch“ ist, dass die Nachbarn lauter Mädels und Jungs haben, die nur wenig älter sind als meine Kinder. Und meine Mutter schleppt auch andauernd Zeug an, obwohl ich sie schon eindringlich bitte, das zu unterlassen, is schon besser geworden, fuck ich schweife ab, es ist spät… Jedenfalls haben wir zu viel Zeug aus gegebenen Gründen. Und da darf ich mich dann auch freuen, wenn es kaputt geht und ich was wegwerfen kann, ohne schlechtes Gewissen quasi.)

Ich sitze vor meinem Essen. Die Kinder verweigern das Mittagessen komplett – also versuche ich es anders.

Ich hab extra Nudeln gekocht. Ihr Monster!

TV an, YouTube und die kalten (!) Nudeln, nackig, also „mit ohne alles“, in zwei „Dippchen“, wie Mel so gern sagt, verteilt, vorgesetzt und los gehts. Die Nudeln werden gegessen, weil die Kids gar nix raffen, wenn die mal von einem Video gefesselt sind.

Arme, kleine, leicht zu manipulierende Wesen. Aber ich habe Verantwortung – die müssen doch auch mal was anderes essen als Eis und Süßigkeiten!

Die Wassermelone wird auch gut angenommen.

Endlich kommt der Freund nach Hause und ich kann an meinem Blog arbeiten. Er ist müde, musste schon um 6 Uhr auf der Arbeit sein.

Er ist müde, da wird er kuschelbedürftig. Es bricht mir das Herz, aber ich muss ihm einen Korb verpassen. Bin froh, dass er da ist, ich hab Bock zu schreiben und wenig Zeit. Er muss jetzt die Kinder übernehmen.

In einer Stunde muss ich mich fertig machen, Erledigungen außerhalb der Stadt und so.

Und um 17 Uhr zur Therapie gehen.

Auf dem Weg dahin ist mir noch was Cooles passiert.

Selbstbewusstsein durch Selbstliebe - was bin ICH MIR WERT?

Wer bin ich? Und warum?

Meine Therapie-Termine sind mir heilig!

Die mache ich NUR FÜR MICH. Das ist echt das Erste, was ich seit sehr langer Zeit wirklich nur für mich tue.

Ich kommuniziere da auch sehr direkt mit meinem Freund. Er weiß, dass das wichtig ist und dass ich noch Dinge in der Stadt erledigen möchte. Daher weiß er, dass ich eine gewisse „Vorlaufzeit“ brauche, um mich anzuziehen und all so ein Kram, damit ich pünktlich da auftauche. Mit Zeitpuffer, wer weiß schon, wie der Feierabendverkehr aktuell so aussieht…

Das war wohl auch ein großer Schritt in Richtung Selbstliebe – die, wenn ich mir mein Leben bisher so anschaue, quasi nicht vorhanden war.

Ich lebte (immer noch, aber ich arbeite HART AN MIR!) immer nur für andere und nie für mich selbst.

Ich versuche mir da immer wieder bewusster drüber zu werden – was ich wert bin. Mich mehr zu schätzen. Und dadurch auch mein Selbstbewusstsein aufzubauen.

Warum bin ich so unsicher?

Keine Ahnung – das versuche ich auch noch rauszufinden! Das will ich auch in der Therapie ansprechen.

Ich bin so scheiß perfektionistisch, das war ich schon als Kind. Es gibt da eine Situation, an die ich mich erinnern kann. Aber ob die sowas auslöst?

Es war so: ich war ungefähr vier oder fünf Jahre alt. Mein Vater hat damals noch gelebt – der starb, als ich 6 Jahre alt war.

Ich habe in der Erinnerung den Tisch abgewischt, wie Erwachsene das tun. Da hat mein Papa mich gelobt, was ich doch für ein großes Mädchen sei. Ich liebte meinen Vater über alles.

Ich erinner mich, dass ich ihm sogar eines Tages, als ich ihm beim Rasieren zusah, sagte:

„Wenn ich mal groß bin, will ich dich heiraten.“

Und er das einfach so annahm. Ohne Korrektur, ohne „das geht doch nicht, blablabla“. Er lachte nur und rasierte sich weiter. Und ich sah zu.

Aber dann, aufgedreht und angestiftet von seinem Lob und seiner Aufmerksamkeit, nahm ich den Lappen an einem Zipfel und schlug ihn wirbelnd auf den Tisch.

Das war aber irgendwie nicht cool.

Mein Papa sagte:

„Das finde ich jetzt aber nicht so schön.“

Oder sowas.

Aber es hat mein verficktes Herz gebrochen.

In dem Moment, in dem er nämlich diesen Satz ausgesprochen hat, hat er FÜR MICH ALS KIND sein vorheriges Lob wieder zurückgenommen.

Und das hat sich so richtig scheiße angefühlt. Ich dachte mir, als kleines Kind:

Oh nein, wieso hab ich es nicht einfach nur richtig gemacht?

Das richtig Schlimme an der Sache ist, dass ich das nie richtig verarbeiten konnte. Denn er ist tot. Und ich erinner mich an so eine dumme Situation. Da hass ich dann mal kurz mein Leben. Weil ich niemals mit ihm darüber reden konnte, auf der Bewusstseinsebene war ich mit 6 Jahren einfach noch nicht.

(Musste beim Schreiben ewig heulen. Ich sollte das mal bei der Therapie ansprechen. Vielleicht hab ich auch deswegen immer so Angst, es mir mit meiner Tochter zu verkacken… puh, wie gesagt, sehr viele Dinge schwirren zur Zeit durch den Kopf.)

Raus aus der Komfortzone

(Ivi, sei bitte nicht enttäuscht: Dich meine ich im Folgenden nicht 😀 Du weißt, unsere Konversationen sind einfach zu schwer in Worte zu fassen.)

Ein lieber Freund hat mich vor einigen Tagen aufgemuntert und mich auch zu diesem Blog-Eintrag inspiriert.

Ich hatte ihm geschrieben, dass ich Angst hätte, an Misophonie zu leiden. Misophonie ist kurz gesagt der Hass auf bestimmte Geräusche, die einen mehr oder minder zum Ausrasten bringen. Er selbst leidet darunter. Krass, was es alles gibt. Und ich werde schon 28 Jahre alt…

(Es gibt einen tollen Blog zum Thema Misophonie: https://misophoniehilfe.de)

Ich war in letzter Zeit eeeecht gestresst. Dadurch war ich auch mal wieder extrem geräuschempfindlich, inklusiver körperlicher Reaktionen wie Herzrasen und sowas. Naja, Misophonie hin oder her:

(Wobei ich das nicht vermute, dass es Misophonie ist, sondern Hyperakusis infolge meiner Depression. Hui ui. Hab viel gelernt in letzter Zeit.)

Ich versuch, mich wieder mehr um mich zu kümmern.

Meine Depressionen schränken mich phasenweise auch ein; ich reagiere sensibler auf mein Umfeld und brauche Zeit.

Zeit nur mit mir und nur für mich.

Zum Beispiel zum Schreiben, weil mir das gut tut. Weil ich gerade auch wieder gemerkt habe, was ich noch nicht verarbeitet habe und in der Therapie ansprechen muss.

ABER ICH HABE AUCH SCHLICHT KEINE LUST MEHR, MICH MEINEN DEPRESSIONEN ODER DEN DAUERHAFT SCHWANKENDEN HORMONEN ZU UNTERWERFEN!

Ich habe zu viel Zeit damit verschwendet: mit Scheißdreck; Gefühlen und Menschen, die einen runter ziehen. Zu viel Zeit im Schneckenhaus-Modus.

Aber es ist soooo schwer, aus seinen Gewohnheiten – und irgendwie auch aus sich selbst – auszubrechen.

Dann hab ich auf dem Blog „MindsetMonster.de“ verschiedene Artikel gelesen; unter anderem einen, in dem es drum geht, warum man zögert, Dinge zu machen, die man machen will – und wie man endlich damit anfängt! (Meiner Meinung nach sehr lesenswert: https://www.mindsetmonster.de/warum-faengst-du-nicht-an-2/)

So simpel und trotzdem so Mind-Fuck...

Die "Komfortzone" zu verlassen, bedeutet, sie auch zu vergrößern

Es geht kurz gesagt darum, dass Du, wenn Du deine Komfortzone verlässt und unangenehme Dinge tust, Deine Konfortzone mit der Zeit vergrößerst und ausweitest! Sodass Dir immer weniger Dinge „etwas ausmachen“.

Wer mit meiner Erklärung nicht klar kommt, sollte unbedingt den Artikel lesen. Ist wie gesagt nicht mein Text 😀 aber ich find den voll motivierend und erwähnenswert.

Ein wichtiger Punkt, den ich für mich mitgenommen hab: Du wächst halt mit Deinen Fehlern – und da kommt der oben genannte Freund wieder ins Spiel.

Kleine Motivationsrede

Er hat mir halt zwei Sprachnachrichten geschickt. Nicht mal sonderlich lang, aber mit wirklich vielen guten Ratschlägen, coolen Sprüchen und witzigen Anekdoten.

  1. Es ging zum einen um meine komplett hirnlose Angst, zu Telefonieren.

Die Ironie: Ich hab das quasi in der Ausbildung gelernt. Nicht Telefonieren 😀 Aber naja so Kundenmanagement und Marketing und Vertrieb und das war viel übers Telefon – ich hab es gehasst und geliebt. Ich bin in manchen Dingen so verdammt ambivalent.

Diese Sekunden, bevor ich einen Kunden anrufen musste, oder angerufen wurde und den Hörer abnehmen musste… einfach nur Panik. Herzrasen, Nervosität. Und bei Nervosität erröte ich auch regelmäßig (ganz toll bei meiner hellen Haut. Sieht man am Telefon zum Glück nicht…).

Mir hat das Selbstbewusstsein gefehlt. Am Telefon ist das so.

Mir gefällt der direkte Kontakt so viel besser. Ich bin zwar Millennial, hatte mit 15 mein erstes Handy, mit 18 erstmals ein Smartphone. Alles toll und super praktisch. Ja, ich gebe auch zu, ich will nicht mehr ohne mein Smartphone sein.

Gerade jetzt in Corona-Zeiten…

Ohne meine täglichen Kontakte mit bestimmten Menschen kann ich aktuell einfach nicht (da bist du jetzt eingeschlossen, Ivi! :D).

Doch gerade jetzt ist das Handy von Miss Incredible, meiner besten Freundin, futsch. Und sie hat sich für mehr Familienzeit und zeitweise gegen ein Smartphone entschieden. Ich beneide sie für diese krasse Selbstdisziplin. Aber das macht die Kommunikation etwas langsamer. Ach, ich vermiss Dich, Liebes.

Wegen Corona muss momentan einiges telefonisch geklärt werden.

Der Freund macht mir in seiner ersten Nachricht bewusst:

„Wie viel Einfluss hast du denn darauf, dass xy gut gelaunt is? Genau: null. Wenn du der*dem freundlich „Hallo“ sagst, ändert sich die Laune? Kann sein, kann nicht sein. Du weißt ja auch nie was den Leuten privat so passiert.“

Haja, klar, jeder hat mal schlechte Tage oder fühlt sich nicht gut. Ich nehme das auch immer direkt zu persönlich – also isses auch mein Problem! Das weiß ich ja. Er fährt fort:

„Wie andere über dich denken, du hast da wirklich null Einfluss drauf! Und ich habe mittlerweile auch mal gemerkt, dass es unfassbar anstregend ist, wirklich unfassbar anstrengend, wenn mans jedem Recht machen will. Und mir ist das mittlerweile… also es wird mir mittlerweile immer scheißegaler. Ich mach auch mein Ding.“

Er erzählt mir von seinem Business und wie er damals gestartet ist. Dass sein Kollege damals meinte, ‚Ey, meinste nicht, die Idee hatte schon jemand vor dir?‘.

Aber dass er sich davon nicht hat abhalten lassen, „weil die Leute oft auch das Große und Ganze nicht dahinter sehen“.

Welche Fehler er machen musste und was er so daraus gelernt hat. Und die ernüchternde Wahrheit, dass aller Anfang schwer ist:

„Egal was Du machst: Das Erste, was du machst oder das aller erste Mal, wenn du was machst, is immer Scheiße. Des is immer scheiße, du startest immer schlecht. Aber DESWEGEN ist es auch so wichtig, dabei zu bleiben, ne. „

       2. Dann ging es meinem fehlenden Selbstbewusstsein „an den Kragen“.

„Auch was Selbstbewusstsein angeht. Da muss man immer wieder, jeden Tag, dran arbeiten. […] kurzum: es ist ein Prozess, der dauert einfach ewig.“

Gut, dass ich noch nicht so alt bin. Dann hab ich ja noch etwas Zeit!

Und er beschreibt, dass ein bestimmter berühmter Rapper wirklich kein guter Rapper sei. Doch er beschreibe sich in einem seiner Lieder mit einem abc-Promi-„Sänger“ als „GOLD RAPPER“.

Aha.

Und dann fährt er fort, warum im Gegenzug Menschen wie ich dann Probleme haben, für sich einzustehen.

„Und da frag ich mich: WARUM? Warum sollst DU kein Selbstbewusstsein haben, das zu sagen, was Du denkst, oder für dich selber einzustehen. Warum? Wenn der …-Rapper sagt, er sei ein Goldrapper, dann dürfen wir doch sagen:

Hier, DAS BIN ICH!

Dann darf ich ein Buch veröffentlichen, DU darfst ein Buch veröffentlichen, DU darfst über deinen Blog schreiben, Du darfst… – weißte? Der Typ hat ja auch genug Selbstbewusstsein…“

Er zitiert Hermann Scherer, der ausführte, dass sogar Kultfiguren wie die Biene Maja dislikes bekommen und Hater haben.

„Das ist echt unglaublich! Das muss man sich immer so im Hinterkopf behalten.“

Geschrieben ist die Rede natürlich nicht mal ansatzweise so cool, wie sie tatsächlich war.

Sie hat mich motiviert, auf den Boden der Tatsachen geholt und

"Als Mensch bist du eine Insel"

„Eigentlich isses scheißegal, was andere von dir denken. Weil, als Mensch bist du bis zu einem hohen Anteil sowieso eine Insel.

Du stirbst alleine [und schiebt schnell hinterher], und natürlich, mit Kindern und so weiter ist das noch mal bisschen was anderes…

Aber trotzdem: So als Mensch gesehen, bist du eine Insel. Und man muss sich auch einfach um sich selbst kümmern. Und man muss sich auch wert genug sein, dass man raus geht und auch mal das Maul aufreißt! Und wenn man sich mal eine einfängt und sich mal die Finger verbrennt… egal! Is halt so!“

Das Ende vom Lied - das "Coole", was mir noch passiert ist

DIE GESCHICHTE VON OBEN IST NOCH NICHT ZU ENDE

Die zwei Sprachnachrichten haben mir viel Motivation mit auf den Weg gegeben.

Story-Telling-Modus:

Zufrieden mit den getätigten Erledigungen, fahre ich mit dem Auto zurück in „meine“ Stadt.

Ich will direkt in die City, zur Therapie. Dummerweise denke ich nicht an den Feierabendverkehr. Falsche Brücke. Dumm. Egal. Schalter steht noch auf „is-mir-egal“, weil ich sehr gut in der Zeit liege.

Ich höre Musik. Normalerweise nehme ich Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer. In JEDER Hinsicht. Auch was die Lautstärke meiner Musik angeht, wenn ich die Fenster offen habe.

Aber. Wir. Stehen, im. Stau.  Die Sonne brennt vom Himmel, die Klimaanlage ist kaputt. Musik laut, so wie es mir angenehm ist, alle Fenster sind offen. Und ich singe mir. Von ganzem Herzen.

Und ich bin da normalerweise so  schüchtern. Hab immer Angst, jemand hört mich.

Aber jetzt sitze ich da, ich fühle mich gut, und denke an die Worte, die ich vor wenigen Stunden gehört hatte.

Ich singe einfach mit. Manchmal schief, manchmal nicht.

Und ausgerechnet da, wo mir im Prinzip alles total egal ist, wie ich es mir einrede, passiert Folgendes:

Auf der Spur neben mir fährt ein LKW mit ausländischem Kennzeichen. Wie gesagt im Stau. Ich singe laut mit und schau dabei rüber, weil ich nichts zu tun habe.

Der Typ im LKW lässt die Autoscheiben komplett runter, beugt sich etwas aus dem Fenster, um Blickkontakt mit mir herzustellen.

Er grinst, streckt seinen Daumen hoch und sagt irgendwas von wegen:

„Cool!“

Ich grinse zurück, mache etwas lauter, wähle ein neues Lied aus und hab kurz Publikum.

Schräg. Aber cool. War mir dann doch nicht soooo egal…

Es ist ein Prozess.

Wann hast Du DICH das letzte Mal selbst gefeiert?

Jeder Mensch ist für sich gesehen einzigartig, interessant und toll.

Man sollte sich viel öfter selbst feiern. Überhaupt feiern.

Da sollte ich dran arbeiten. Du auch? 🙂

Machs gut♥

Deine Lady Awesome

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Nach oben